Gesetz zum Schutz vor Legionellen erlassen (42. BImSchV)

Schweitzer Chemie GmbH

Die am 19.07.2017 in Bundesgesetzblatt veröffentlichte "Verord-nung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassab-scheider – 42.BImSchV" setzt Maßstäbe für mehr Sicherheit und Umweltschutz mit Anforderungen an Anlagenbau, Instandhalter und Betreiber.

Für Betreiber und Instandhaltungsunternehmen von Anlagen der Klima-, Kälte- und Prozesslufttechnik hochgradig aktuell und wichtig ist, dass die 42. Verordnung zur Durchführung des BundesImmissionsschutzgesetzes (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider – 42.BImSchV) nun beschlossene Sache ist. Am 19.07.2017 erfolgte die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt. Die Verordnung tritt am 19.08.2017 in Kraft. Allein die Meldepflicht der Anlagenstandorte, die der Erstellung eines bundesweiten Katasters dient, greift zum 19.08.2018.

Die Verordnung gilt für die Errichtung, die Beschaffung und den Betrieb von

  1. Verdunstungskühlanlagen,
  2. Kühltürmen und
  3. Nassabscheidern,

in denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Atmosphäre kommen kann (§1 Abs.1).

 

§1 Absatz 2 beinhaltet insgesamt 9 Anlagen die auf Grund ihrer spezifizierten Eigenschaften und/oder ihres Einsatzes von der Verordnung ausgenommen sind. Unter diese Ausnahmen fallen auch

  • Befeuchtungseinrichtungen in Raumlufttechnischen Anlagen, die integrierter Bestandteil der luftführenden Bereiche dieser Anlagen sind und bei Bedarf auch zur adiabaten Kühlung eingesetzt werde (§1 Abs.2 3.).

 

Das Ziel der Verordnung ist es, die Bildung hoher Legionellen-Konzentrationen in den vom Geltungsbereich erfassten Anlagen zu verhindern und gesundheitliche Risiken in deren Umgebung zu vermeiden.

Für die Unternehmen der Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik (AIG) im VDMA von besonderem Interesse sind die in der 42. BImSchV enthaltenen Regelungen über den hygienegerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlage. Damit soll ein Ausbruch von Legionellenerkrankungen wie in Ulm (2009) und Warstein (2014) geschehen, wirksam verhindert werden. Zukünftig ist das Führen eines speziellen Betriebstagebuchs gesetzlich verpflichtend. In ihm werden alle betriebstechnischen Daten sowie mikrobiologische Befunde archiviert. Zudem wird eine Meldepflicht für Verdunstungskühlanlagen eingeführt. Bei Überschreitungen des Maßnahmewerts an Legionellen (10.000 KBE/100 ml) hat eine Meldung an die zuständige Landesbehörde zu erfolgen. Mit der 42. BImSchV werden eine Reihe von Vorgaben der VDI 2047 Blatt 2 gesetzlich untermauert. Beispiel: Die im 2-Wochenturnus durchzuführende betriebsinterne mikrobiologische Prozesskontrolle mittels Dip-Slides ergänzt durch regelmäßige Laboruntersuchung. Eine alle 5 Jahre durch einen Sachverständigen bzw. eine akkreditierte Inspektionsstelle vorzunehmende Begutachtung der Anlagen soll den regelkonformen Betriebs der Anlage nachweisen.

Den Verordnungstext in der Fassung des Bundesgesetzblattes finden sie im Internet hier:

http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl117s2379.pdf

Eine Kundeninformation des VDMA und AIG-Mitgliedes Schweitzer-Chemie GmbH, Freiberg am Neckar finden Sie als Download.